Konzernverantwortungsinitiative

Schweizer Konzerne und Menschenrechte

Immer wieder werden Fälle bekannt, in denen Konzerne mit Sitz in der Schweiz Menschenrechte und internationale Umweltstandards verletzen. So vergiftet zum Beispiel Glencore Flüsse in Kolumbien, vertreibt mit Gewalt indigene Bäuerinnen in Peru und schädigt Menschen in Sambia mit ätzenden Schwefeldioxidwolken. Bislang müssen diese Firmen keine Konsequenzen befürchten. Diesen Missstand will die Konzernverantwortungsinitiative angehen.

Polizisten in Krawalluniform drücken eine Bäuerin auf den erdigen Boden.
Glencore lässt in Peru indigene Bäuerinnen gewaltsam von ihrem Grund vertreiben, um eine Kupfermine zu erweitern. Dabei hätte die Indigene Bevölkerung ein Mitspracherecht.

Die Verantwortlichen grosser Konzerne wissen genau, wo ihre Geschäfte mit den Menschenrechten in Konflikt stehen. Doch manche von ihnen gewichten den Profit höher als den Schutz von Mensch und Umwelt. Deshalb braucht es die Konzernverantwortungsinitiative, Verstösse müssen Konsequenzen haben. Konzerne sollen deshalb in Zukunft für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen haften, die sie verursachen.

Die Haftung ist auf Gesellschaften beschränkt, über die ein Konzern tatsächlich die Kontrolle ausübt. Wer verantwortlich wirtschaftet, hat nichts zu befürchten. Viele Länder haben bereits ähnliche Gesetze verabschiedet, beispielsweise gegen Kinderarbeit oder den illegalen Handel mit Tropenholz.

Das Bild von einem Hochhaus mit dem Logo der Konzernverantwortungsinitiative

Internationale Standards
In vielen Ländern macht es die Rechtsgebung für Menschen, die von diesen Vergehen betroffen sind, schwierig, Firmen zur Verantwortung zu ziehen. In erster Linie ist es jedoch wichtig, solche Vergehen zu verhindern. International wurde darauf bereits reagiert. Die UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (“Ruggie principles”) sehen vor, staatliche und wirtschaftliche Akteure in die Pflicht zu nehmen und verbindliche Regeln aufzustellen. Die Staaten sind nun angehalten, diese Prinzipien umzusetzen.

Freiwillig reicht nicht
Die Schweiz setzt jedoch weiter lieber auf Freiwilligkeit. Dass dies nicht reicht, zeigt sich immer wieder. Während es vor-

bildliche Schweizer Unternehmen gibt, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, Menschenrechte und Umwelt zu respektieren, kümmern sich andere nicht darum. Die Konzernverantwortungsinitiative fordert deshalb, dass Firmen den Schutz von Menschenrechten und der Umwelt verbindlich in sämtliche Geschäftsabläufe einbauen. Diese sogenannte Sorgfaltsprüfungspflicht gilt auch für die Auslandstätigkeiten von Schweizer Unternehmen.

Kampagnenverantwortliche

Sylvia Valentin
Entwicklungspolitische Kampagnen
061 338 91 45 | Sylvia.Valentin(a)terredeshommes.ch
Sylvia ValentinEntwicklungspolitische Kampagnen

061 338 91 45 | Sylvia.Valentin(a)terredeshommes.ch

Weitere Informationen

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Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Konzernverantwortungsinitiative.