Basler Stadtrundgänge

Stadtrundgänge mit jugendlichen Flüchtlingen

Jugendliche Flüchtlinge und Jugendliche aus der Schweiz erhalten an gemeinsamen Stadtrundgängen gegenseitig Einblick in die Freizeitgestaltung. So lernen sie die jeweilige Lebenswelt kennen und verstehen. Die Stadtrundgänge sind auch für die Öffentlichkeit zugänglich.
Schwarzer Teenager beim Stadtrundgang auf der Dreirosenbrücke. Hinter ihm steht ein Velo mit Wagen.
Minderjährige Flüchtlinge sind in erster Linie Minderjährige. Ein Jugendlicher Flüchtling beim Stadtrundgang in Basel.

Ein grosser Teil der Flüchtlinge, die in die Schweiz kommen, sind unter 25 Jahre alt. Zudem nimmt der Anteil von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMA) seit 2015 zu. Die Situation der UMA in der Schweiz ist nicht zufriedenstellend: Der Ausschuss für die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen zeigt sich besorgt über die Unterbringung und Betreuung von UMAs in der Schweiz.
 
Grosse Herausforderungen für Jugendliche
UMAs sind eine besonders verletzliche Personengruppe. Zum einen haben die Flüchtlinge auf der Flucht oft traumatische Erfahrungen gemacht. Zum anderen sind sie in der Ankunftsgesellschaft mit fehlenden Bezugspersonen, Sprachbarrieren, kulturellen Herausforderungen, dem unsicheren Asylstatus und der räumlichen Ausgrenzung konfrontiert. Ähnliche Herausforderungen erfahren auch jugendliche Flüchtlinge, die mit ihren Eltern in die Schweiz gekommen sind.
 
Jugendliche Flüchtlinge bleiben faktisch separiert
Durch ihre Unterbringung und den Zugang zu spezifischen Bildungsangeboten bewegen sich die jugendlichen Flüchtlinge fast ausschliesslich in einem Umfeld von Personen, die in einer ähnlichen Lebenslage sind. Der Austausch und Kontakt mit Jugendlichen aus der Schweiz ist so erschwert. In Gesprächen mit den Jugendlichen, ihren Betreuungs- und Fachpersonen wurde deutlich, dass sich die jugendlichen Flüchtlinge jedoch sehr für eine Kontaktaufnahme mit der Schweizer Bevölkerung interessieren. Daraus entstand die Projektidee mit Stadtrundgängen Begegnungen zwischen Jugendlichen mit Fluchthintergrund und Jugendlichen aus der Schweiz zu ermöglichen.

Ein Kreis von Menschen auf der Dreirosenbrücke.

Kennenlernen steht im Mittelpunkt
An den Stadtrundgängen stellen die jugendlichen Flüchtlinge ihre Lieblingsorte in Basel vor. Der Rundgang beginnt beim Holzpark Klybeck, wo mittels Speeddating das Kennenlernen unter den Teilnehmenden gefördert wird. Auch bei einem Stopp auf der Dreirosenbrücke kommen sich die Teilnehmenden mit dem Spiel „Stille Post“ näher. Mit einem kurzen Picknick im St. Johannspark endet der Stadtrundgang.

Erster Kontakt ermöglicht

Der Stadtrundgang vermittelt den Teilnehmenden einen Eindruck, wo die jugendlichen Flüchtling gerne ihre Zeit verbringen. Vor allem konnte jedoch auch ein erster Kontakt und der Austausch unter den Jugendlichen mit Fluchthintergrund und Jugendlichen und Erwachsenen aus Basel angeregt werden.

Projektkoordination

Roger Gafner
Projekte Schweiz und Projektkoordination imagine

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