Im Magazin von terre des hommes schweiz berichten wir über die Menschen in unseren Projekten und ihre bewegenden Geschichten. Erhalten Sie vertiefte Einblicke in unsere Projektarbeit in Afrika, Lateinamerika und der Schweiz.
Das Magazin von terre des hommes schweiz erscheint viermal im Jahr im März, Juni, September und Dezember. Als Spender*in erhalten Sie die gedruckten Ausgaben automatisch zugestellt. Tauchen Sie online in die wichtigsten Beiträge ein und erfahren Sie, wie wir uns für die Perspektiven von Jugendlichen einsetzen.
Die Kraft der Träume: Die Jugend von Cabula fordert ihre Rechte
Aktuelle Zahlen zeigen: Es gibt immer mehr und intensivere Konflikte auf der Welt. Auch Brasilien und Kolumbien, wo terre des hommes schweiz Partnerorganisationen unterstützt, gehören zu den zehn am stärksten von Gewalt geprägten Ländern weltweit. Immer wenn ich unsere Partnerorganisationen in Kolumbien und Brasilien besuche, stellt sich mir die Frage: Wie können wir noch an die Möglichkeit des Friedens glauben? Ich fand die Antwort bei den jungen Menschen. Junge Menschen, wie Magno Ferreira de Jesus, den ich für dieses Magazin interviewte.
Magno hat einen der gewalttätigsten Vorfälle in der Geschichte von Bahia, Brasilien, miterlebt. Seine Freund*innen wurden dabei ermordet. Doch diese Erfahrung, die zu einer lähmenden Angst hätte werden können, wurde zu seiner Lebenskraft. Während
unseres Gesprächs lernte ich eine der wichtigsten Lektionen meines Lebens: Indem wir jungen Menschen die Möglichkeit bieten zu träumen und für Veränderungen zusammenzuarbeiten, stärken wir die ganze Gemeinschaft.
Das Projekt unserer Partnerorganisation Odara zeigt, wie Frieden und Sicherheit durch Solidarität, Dialog und Würde gefördert werden können. Trotz grosser Sicherheitsrisiken und eingeschränktem Zugang zu ihren Rechten unterstützen sich die jungen Menschen gegenseitig. Zusammen bauen sie eine widerstandsfähige und sichere Gemeinschaft auf. Das macht mir Hoffnung und bestärkt mich darin, dass junge Menschen der Schlüssel sind für die Veränderungen, die unsere Welt dringend braucht.
Freie Fahrt in eine selbstbestimmte Zukunft
Am 10. Dezember ist internationaler Tag der Menschenrechte. Ein Anlass, uns daran zu erinnern, dass es 365 Tage im Jahr gilt, diese Rechte zu schützen und durchzusetzen. So auch im südlichen Afrika, wo das Recht auf Gesundheit vieler Menschen tagtäglich missachtet wird. In diesem Magazin lesen Sie die Geschichte von Dorca Davide Matias aus Mosambik. Ihre Geschichte kann für so viele junge Frauen stellvertretend stehen, denen ich im letzten Jahrzehnt begegnet bin.
Oft ist jungen Menschen, insbesondere Frauen, nicht bewusst, dass sie Opfer von geschlechterspezifischer Gewalt sind und dass sie ein Recht auf Schutz haben. Umso wichtiger ist es, mit unseren Partnerorganisationen Anlaufstellen aufzubauen und Betroffenen Unterstützung zu bieten.
Es bleibt stets beeindruckend und motivierend zu erleben, wie junge Menschen ihren Weg aus schwierigen Lebenssituation finden und sich eine Zukunft aufbauen. Die meisten von ihnen versuchen später – so wie auch Dorca – anderen Jugendlichen zu helfen. Die Nachhaltigkeit dieser Solidarität ist von unschätzbarem Wert für die Zivilgesellschaften, in denen wir arbeiten.
Gleichzeitig erleben wir weltweit, wie rechte und antifeministische Bewegungen gegen Sexualaufklärung vorgehen und die Rechte von Frauen und sexuellen Minderheiten angreifen. Das zeigt uns, wie wichtig unsere Arbeit und das Engagement junger Menschen für das Grundrecht auf Gesundheit und Wohlergehen bleibt.
Lassen Sie uns deshalb weiter gemeinsam für die Menschenrechte kämpfen und unsere Stimme erheben. Nicht nur am 10. Dezember.
Die Westsahara im Schatten der Energiewende
Manchmal begegnen wir Menschen, deren unermüdlicher Einsatz uns tief beeindruckt: Wann immer ich Fatma Moulay kontaktiere, ist sie entweder auf dem Weg zu einer Konferenz oder plant bereits ihre nächste Reise, etwa zum UN-Klimagipfel. Dazwischen gleist sie in den sahrauischen Flüchtlingslagern ein Projekt auf, in dem junge Sahrauis journalistisches Handwerk lernen, um ihre Anliegen aus der algerischen Wüste hinaus in die Welt zu tragen.
Fatma Moulay wuchs selbst in diesen Flüchtlingslagern auf, wo es inzwischen bis zu 50 Grad heiss wird. Dies erklärt auch ihr besonderes Engagement zum Thema Klimawandel und wieso sie jede Gelegenheit nutzt, um auf die Anliegen des sahrauischen Volkes aufmerksam zu machen.
Auch Mazlum Bashi ist ein junger Flüchtling. Er ist aus Kurdistan geflohen und baut sich in der Schweiz ein neues Leben auf. Sein grosser Wunsch ist es, mit Tieren zu arbeiten, am liebsten in den Bergen, wo er sich besonders wohl fühlt. In seiner Freizeit hilft er Geflüchteten, die neu in der Schweiz sind, sich zurechtzufinden.
Neben ihren Erfahrungen und Sehnsüchten als Geflüchtete verbindet Fatma und Mazlum noch etwas anderes: Trotz aller Herausforderungen geben sie ihre Erfahrungen und ihr Wissen an andere junge Menschen weiter, motivieren und unterstützen sie.
Jungen Menschen wie Fatma und Mazlum fühlen wir uns bei terre des hommes schweiz verpflichtet. Sie wollen wir weiter unterstützen, auch wenn unsere finanziellen Mittel zunehmend in Bedrängnis geraten. Mehr dazu, und wieso Mazlum und Fatma Held*innen sind, in diesem Magazin.
Wendy Henriquez wird Unternehmerin: Eine starke Erfolgsgeschichte aus El Salvador
Jugendliche auf der ganzen Welt stehen vor der Herausforderung, trotz multipler Krisen ihre Zukunft aufzubauen. Aber statt den Kopf in den Sand zu stecken, zeigen junge Menschen in unseren Projekten eine beeindruckende Entschlossenheit, Lösungen zu finden. So auch in unserem Programm Schweiz, das von den Themen Diversität und Anti-Diskriminierung geprägt ist.
Jugendliche mit Fluchthintergrund stärken wir psychosozial, damit sie ihr Leben möglichst selbstbestimmt gestalten können. Im Projekt imagine Basel wiederum engagieren sich junge Menschen selbstorganisiert für Vielfalt und gegen Diskriminierung.
Wir sind überzeugt, dass Lösungen effektiver gefunden werden, wenn Menschen mit verschiedenen Perspektiven zusammenarbeiten. Die gleichberechtigte Zusammenarbeit mit jungen Menschen stellt beispielsweise sicher, dass sich unsere Projekte am Puls ihrer Lebensrealitäten ausrichten. Gemeinsam wollen wir Räume schaffen, in denen junge Menschen voneinander lernen und Lösungen entwickeln können.
Ein Beispiel dafür sind die neuen Workshops im Rahmen des imagine Basel-Projekts – entwickelt von jungen Menschen für junge Menschen. Im Interview auf S. 7 erzählt Nina Hurni, Verantwortliche für das Ressort Workshops, wie sie durch kreative Methoden andere dazu ermutigt, sich in ihrem Umfeld für Diversität einzusetzen.
Lassen Sie sich von der Entschlossenheit der jungen Generation inspirieren! Gelegenheit dazu haben Sie am imagine Basel-Festival, das am 7. und 8. Juni auf dem Barfüsserplatz in Basel stattfindet.
Zukunft für junge Menschen auf dem Land
Durch Krieg, Covid und Klimakrise leiden weltweit immer mehr Menschen unter Hunger und Armut. Trotzdem will der Bundesrat für den Globalen Süden weniger Geld zur Verfügung stellen. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Zeiten für die Internationale Zusammenarbeit je so schlecht waren wie heute. Gerade deshalb sind jetzt Stimmen wichtig, die sich für eine international solidarische Schweiz einsetzen. Dies ist für die Sicherheit und die Würde aller Menschen entscheidend.
Seit der Verabschiedung der global vereinbarten Entwicklungsziele konnten deutliche Entwicklungserfolge in den Bereichen der Bildung, der globalen Gesundheit und der Armutsbekämpfung erzielt werden. Die Pandemie hat viele davon innerhalb von kürzester Zeit zunichtegemacht. Der Krieg gegen die Ukraine hat zu einer massiven Erhöhung der Lebensmittelpreise in vielen Weltregionen geführt.
Die Schweiz mit ihrem international bedeutenden Finanz- und Rohstoffhandelsplatz hat die finanziellen Mittel, hier Gegensteuer zu geben. Sie muss ihre globale Verantwortung wahrnehmen und ihre Politik entsprechend anpassen – sie muss weniger nehmen und endlich mehr geben. Der Bund plant jedoch, die Mittel für die Internationale Zusammenarbeit für die ärmsten Länder auf Kosten des Ukraine-Wiederaufbaus drastisch zu kürzen.
Dagegen müssen wir uns wehren! Unsere Solidarität muss auch den Menschen im Globalen Süden gelten, die tagtäglich für Rechte kämpfen, die uns selbstverständlich erscheinen. Beteiligen Sie sich mit einem Statement an der Kampagne «#MehrSolidaritätJetzt» (s. Seite 7). Mit einer Spende können Sie unsere Arbeit in der Schweiz, Afrika und Lateinamerika unterstützen.
Herzlichen Dank.
terre des hommes schweiz
Kasernenhof 8
4058 Basel
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